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16.10.2008

Berufswunsch Hutmacher oder was macht eigentlich ein Modist?

Während Hutmacher und Hutmacherin Herrenhüte fertigen, beschäftigen sich Modist und Modistin mit der Produktion und modischen Aufbereitung von Damenhüten, Mützen, Haarschmuck u.v.m. Beide Handwerksberufe folgen einer dreijährigen Ausbildung, die parallel zur Berufsschule in den Ateliers weniger traditioneller Hutunternehmen oder selten auch an Opern- und Schauspielhäusern absolviert werden kann. Fingerfertigkeit, zeichnerisches Geschick und Materialkunde sind die Grundvoraussetzungen, doch spielen Ideenreichtum und eine eingehende Kundenberatung ebenfalls eine wesentliche Rolle, um ein guter Hutmacher bzw. Modist zu werden.

Park Avenue Damenhut by Betmar

Historisch ist bereits für das Jahr 1363 der Eintrag einer Hutmacherzunft in Nürnberg belegt, die mit der Entwicklung des Modistenhandwerks einhergeht. Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Berufsstand im 18. Jahrhundert, als die Mode überaus pompös und ausgeschmückt war. Damals schufen Modisten nicht nur Hutkreationen, sondern dekorierten auch die Kleider wohlhabender Damen zu prächtigen Einzelstücken. Herausragenden Ruhm erlangte in dieser Zeit vor allem Rose Bertin, die nach Marie Antoinette auch die Hoflieferantin von Napoleons Gattin Joséphine wurde. Renommierte Traditionsunternehmen, wie Borsalino aus Italien oder Seeberger und Mayser aus Deutschland, folgen ebenfalls der Handwerkskunst ihrer Gründungszeit.

Viele Hüte werden heute noch in traditioneller Handarbeit hergestellt. Insbesondere Modelle aus hochwertigen und empfindlichen Materialien, wie z.B. Haarfilz oder Seide, erfordern eine vorsichtige Handhabung, die eine industrielle Serienfertigung nicht gewährleisten kann. Auch wenn die Hüte später durchaus strapazierfähig sind, ist der Verarbeitungsprozess in den Betrieben zuweilen sehr aufwendig und langwierig, was schließlich den gehobenen Preis rechtfertigt. Bei manchen Melonen und Zylindern, wie etwa dem Chapeau Claque, kommen für die Kunden mitunter lange Wartezeiten von mindestens zwei Monaten hinzu, weil diese nur auf Anfrage gefertigt werden. Spätestens wenn Sie einmal gesehen haben, wieviel Arbeit in einem einzigen Hut steckt, halten Sie Ihren sicher in Ehren.

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Ein Modist und Hutmacher entwirft aber nicht nur, er repariert auch. So wie Sie Ihre Kleidung zum Schneider und Ihre Schuhe zum Schuster bringen, sind Ihre defekten Hüte am besten bei einem Hutmacher oder Modisten aufgehoben. Er kennt die Materialien und hat das entsprechende Werkzeug, um kleine Makel zu korrigieren. Ein sehr anspruchsvoller und gleichzeitig kreativer Beruf – Dienstleister und Designer für Kopfbedeckungen in einem.

Im Sinne einer fachkundigen Beratung ist es in diesem Zweig der Modebranche selbst für ein nicht-produzierendes Unternehmen empfehlenswert, einen Modisten bzw. eine Modistin zu beschäftigen, wie es auch in unserem Hause der Fall ist. Unsere kompetente Modistin kann Sie bestens über Formen wie Stoffe aufklären, Ihnen Tipps zur Pflege Ihrer Kopfbedeckung geben und für Sie die neuesten Huttrends in Erfahrung bringen. Denn Haargestecke und ausgefallene Hutkreationen sind nicht nur in Ascot ein Aufsehen erregender Blickfang, der jede Garderobe zu perfektionieren vermag. Hochzeiten und andere Feierlichkeiten sind schöne Anlässe, um exklusive Kopfbedeckungen zu tragen, die ebenso die Alltagskleidung verschönern…