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03.04.2014

Modisten – Was machen sie eigentlich genau?

Modisten – Haben Sie sich auch schon immer gefragt was diese Berufsgruppe eigentlich macht? Wir sagen es Ihnen!

Dass Hüte wieder voll in Mode sind und zum wichtigsten Accessoire des Europäers gehören ist längst kein Geheimnis mehr. Modeschöpfer und Designer werden jede Saison vor die Herausforderung gestellt, ihre Vorjahreskreationen zumindest objektiv zu übertreffen und sich entsprechend ihrer kreativen Bestimmung vollends auszutoben.

Der dafür notwendige Beruf der Hutmacher reicht bis ins 14.Jahrhundert zurück und umfasst die Kunst, Kopfbedeckungen in liebevoller Handarbeit  zu entwerfen und herzustellen. Seit dem Jahr 2004 heißen die Hutmacher „Modisten“, was sicherlich den Nagel auf den Kopf trifft, angesichts der Tatsache, dass Hüte schon längst nicht mehr nur dem Schutz vor Witterung dienen, sondern ein alltägliches Highlight zu jeder Garderobe darstellen.

Modisten – Weniger ein Beruf, mehr eine Berufung

Der Beruf der Modisten reicht von der Fertigung alltäglicher Schiebermützen oder Strohhüte bis hin zur kreativen Höchstleistung in Form von einem Fascinator oder einem Brautgesteck. Das wirklich interessante ist, dass sich gerade Modisten von kleinen Ateliers an jedem Arbeitstag völlig neu erfinden können. Jeder Handgriff an einem Unikat erfolgt individuell und trägt die einzigartige Note seines Schöpfers. Während Hutmacher größtenteils lediglich die Fertigungsschritte zwischen den Arbeitsgängen akribisch überwachen, so kann der Modist einen Strohhut mit völliger Hingabe von der Materialfertigung bis hin zur Dekoration in Handarbeit erledigen. Einziger Gegner der Modisten ist der Faktor Zeit. Die spricht heutzutage eher weniger für die zeitraubenden und kreativen Handwerksberufe.

Klassisch ist das Szenario, dass ein Kunde sich mit seinen Vorstellungen über eine perfekte Kopfbedeckung an einen Modisten wendet und diesen mit den Details seiner Wünsche versorgt. Über Tage, ja vielleicht sogar Wochen, arbeitet der Modist dann an dem Ergebnis. Für einen klassischen Trilby aus Stroh werden die Borten ausgesucht, das Stroh wird gepresst und dann mit dem Flechten begonnen. Besonders neugierige Kunden sind herzlich willkommen, jeden kleineArbeitsschritt zwischendurch zu begutachten.

Modist wird man durch eine klassische dreijährige Ausbildung. Neben dem Entwurf von Modellen aus den verschiedensten Materialien, der Fertigung von Schnittmustern für Hüte und Mützen, Warenkunde der Textilien bis hin

Modisten

(Quelle: Wikipedia)

zur Fertigung einer Kopfbedeckung gehört alles zum Umfang dieses kreativen Ausbildungsberufes.Wie bei vielen dieser kreativen Berufe ist der Blick in die Zukunft durchaus von Ungewissheit geprägt. Einen Modisten brauchen nicht wirklich viele Unternehmen. Wenn also jemand neben der Kreativität auch wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Erfolg sucht, so bleibt zwangsläufig nur der Schritt in die Selbstständigkeit. Dann heißt es, Hüte und Kopfbedeckungen zu entwerfen und über Ladenlokale, das Internet oder auch an Theater und Filmproduktionen zu verkaufen.

Alles in allem ist aber eine Sache gewiss: Der Beruf des Modisten wird nie gänzlich aussterben, denn die teils aufwendigen Verarbeitungsschritte können vermutlich niemals von Maschinen ersetzt werden.Zumindest nicht, wenn man die Anzahl der benötigten Kopfbedeckungen in Relation zu den Kosten einer so komplexen Maschine setzen würde. Hutmacher gab es schon zu Zeiten von „Alice im Wunderland“. Und zur Freude aller Hut- und Mützen-Fans wird es Modisten aller Voraussicht nach auch in vielen Jahrzehnten noch geben.