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20.06.2013

Pferderennen in Ascot – auffallen um jeden Preis

Dass es beim Royal Ascot eigentlich um Pferderennen gehen soll, kann beim Anblick der auffälligen und einzigartigen Hutkreationen der Besucher schnell mal in Vergessenheit geraten. Das Event gilt unter Insidern als der größte Laufsteg für Hüte und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Damen besondere Mühe geben und ihre Garderobe ihren Hüten anpassen und nicht – wie üblich – anders herum.

Das Royal Ascot kann mittlerweile auf eine über 300 Jahre lange Tradition zurückblicken, in der eines immer gleich geblieben ist: der Dress Code. Dabei muss der Herr einen Cutaway mit Zylinder, möglichst in der Farbe „ascot grey“, tragen und die Dame eine vornehme Garderobe mit einem obligatorischen Hut. Es war Königin Anne, die 1711 erstmals das Potenzial der Landschaft für ein Pferderennen sah, als sie nahe des Windsor Castle zu einem Ausritt aufgebrochen war. Am 11. August desselben Jahres sollte bereits das erste Rennen stattfinden. In den folgenden Jahren entwickelte sich das anfangs klein gehaltene Rennen zu einem Event der Extraklasse und im Jahr 1813 verabschiedete das Parlament den Act of Enclosure, um die Nutzung des Geländes dauerhaft für den Pferdesport festzulegen. Der wohl wichtigste Tag des fünftägigen Rennens ist der dritte Renntag: der sogenannte Golden-Cup-Renntag. Dieser wird umgangssprachlich auch „Ladies Day“ genannt, da die Damen an diesem Tag die extravagantesten Hüte tragen und sich zur Schau stellen wollen. Neben der sportlichen Bedeutung ist das Royal Ascot vor allem als gesellschaftliches Ereignis berühmt und erlangt besonderes Ansehen dadurch, dass jeder Renntag von der einfahrenden Kutsche der königlichen Familie eröffnet wird.

Heutzutage zieht das Pferderennen jeden, der Rang und Namen hat, in seinen Bann und auch Stars wie Sängerin Katherine Jenkins und Bollywood-Schauspielerin Aishwarya Rai Bachchan ließen es sich dieses Jahr nicht nehmen, ihre Hüte zu präsentieren. Wo die Royal Family eher zu dezenten und klassischen Hüten greift, sind den Besucherinnen des Ascot-Pferderennens keine Grenzen gesetzt. So gab es schon Hüte in Form einer riesenhaften Schleife im Union-Jack-Style, einer Eistüte oder sogar Kirsche. Auch die Tierwelt scheint es den Ladies angetan zu haben – Schwäne, Pferde oder Schmetterlinge finden bei diesem Event gerne mal ein Plätzchen auf dem Kopf. Der Kreativität und besonders der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ob Zylinder mit Fischmuster, ein regenbogenartiger Hut oder aber Kopfbedeckungen in Form eines Tellers mit einem typisch britischen Frühstück darauf – beim Royal Ascot ist alles möglich.

Egal was man von den teils skurrilen Hutkreationen der Damen halten mag, eins muss man ihnen lassen: Sie wissen sich in Szene zu setzen – und interessant anzusehen sind die Kopfbedeckungen allemal!